23. September 2025
Der Vortrag „Im Haifischbecken sozialer Netzwerke und künstlicher Intelligenz“ von Silke Müller füllte das „Ballhaus zum fidelen Anreischken“. Das Interesse am Schutz der Kinder &Jugendlichen ist groß.
Silke Müller eröffnet ihren Zuschauern schockierende Einblicke in die dunklere Seite von Social Media. Gefahren, die überall dort lauern, wo junge Erwachsene allein in den Kontakt mit anderen über Apps & Spiele treten. Sie möchte Prävention schaffen und begründet ihre Arbeit darin, dass die Gefahr nur bekämpft werden kann, wenn wir über die Dimensionen informiert sind.
Von diesen „Gefahren“ bildet sie eine Vielzahl ab: Cybermobbing, Cybergrooming, Populismus von politisch-radikalen Einstellungen, lebensgefährliche Tik-Tok Trends, individueller und kultureller Sexismus und die Vereinsamung bei fehlenden analogen Beziehungen. Insbesondere die Auswirkungen auf Individuen veranschaulicht sie mithilfe von besorgniserregenden Studien von Kinder- & Jugendlichen zur Selbstwahrnehmung von Gefühlen.
KI (Künstliche Intelligenz) wird nicht nur für das Erledigen von Hausaufgaben genutzt, sondern auch als Art von therapeutischer Beratung. Dabei verweist die KI folgerichtig auf Beziehungspersonen, und regt zum Austausch an – was tun aber Menschen, die keine Bezugspersonen haben, denen sie Ihre Probleme anvertrauen können?
Silke Müllers Art ist direkt, was zwingend notwendig für die Thematik ist. Sie referiert nahbar und schafft es die Kinder und Jugendlichen im Raum auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Schulen stellt sie die Möglichkeit einer „Digitalen Sprechstunde“ vor. Sie appelliert an eine digitale Ethik, die Menschlichkeit in den Fokus stellt. Und im Saal spricht sie direkt die Schülerinnen und Schüler an, die an dieser Veranstaltung teilnehmen. Sie können Schützende für andere Menschen werden. Sie dürfen wachsam sein und anderen ihre Hilfe anbieten. Achten wir alle mehr miteinander, achten wir mehr auf Menschlichkeit und pflegen wir unsere Beziehungen, dann handeln wir vielleicht schon präventiv. Miteinander im Gespräch bleiben könnte für viele erste direkte Hilfe sein.
In der anschließenden Podiumsdiskussion leitete Lehrer Ben Thustek vom Eichsfeld Gymnasium eine Fragerunde ein und interviewte Personen zur Aktualität der Thematik: SchülerInnen, Beratungslehrende, Schulleitungen, Vertreter der Polizei und Eltern kamen dabei zu Wort.
Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich die Zuhörer im Forum an verschiedenen Ständen regionaler Institutionen über das Angebot und Möglichkeiten der Beratung informieren.
Zusätzlich bestand die Möglichkeit die Bücher der Autorin Silke Müller zu erwerben, die wir wärmstens empfehlen können.
Ein herzlicher Dank gilt dem gesamten Team der Organisation: Dem städtischen Schulelternrat sowie der Fördervereine der Schulen und den einzelnen aktiven Akteure.